„Der Entenprozess“ von Josef Müller-Marein

Anfang der 60er Jahre gab es in Deutschland einen Bestseller, der in Winsen seinen Ursprung hatte, nämlich „Der Entenprozess“ von Müller-Marein, der damals am Großen Stöckter Brack wohnte, wo sich die Vorgeschichte zum Entenprozess abgespielt hatte.

Das Große Brack

Josef Müller-Marein war in den Jahren Chefredakteur der Wochenschrift DIE ZEIT und suchte wohl nach Feierabend Entspannung am Brack, wo seine beiden recht seltenen Moschusenten herumschwammen. Aber es gab da einen Haken: Ein Hobby mit Haken! Das Brack war an Hamburger Angler verpachtet, die fürchteten, dass die Enten den Fischlaich wegschnabulierten. Da kannten die Angler keine Gnade mit dem Neubürger, der einst gedacht hatte, es sich in einer kleinen Nische am Rande einer Kleinstadt gemütlich machen zu können.

Es kam vor dem Winsener Amtsgericht zum Prozess und in dessen Verlauf musste natürlich ein Sachverständiger her, der auch bald gefunden wurde. Es handelte sich um den bekannten Ornithologen Herbert Ringleben aus Hannover, der einst die Vogelstation auf Helgoland leitete. Nach Auffassung des Entenhalters fressen Moschusenten keinen Fischlaich. Aber der Sachverständige meinte, theoretisch sei das nicht ganz auszuschließen! Verdammt noch mal, hat Müller-Marein da vor dem Richter gepoltert, theoretisch kann ich auch Fischlaich fressen, aber ich tue es nicht und meine Enten ebenfalls nicht! Der Prozessausgang ist in diesem Buch nicht so wichtig, es ist mehr das Vergnügen, das man beim Lesen hat.

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