Erich Kästner

Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?
Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!
Dort stehn die Prokuristen stolz und kühn
in den Büros, als wären es Kasernen.

Dort reift die Freiheit nicht. Dort bleibt sie grün.
Was man auch baut – es werden stets Kasernen.
Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?
Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!

Wie schön, dass wir in Winsen eine Kanone haben, die noch nie gezwungen war, einen Schuss abzufeuern! Jedes Kleinkind entdeckt sie im Schlosshof, bevor es bewusst die Architektur des Gebäudes verinnerlichen konnte. Der Landrat Ecker, bei uns damals ab dem Jahr 1900 bis zu seiner Pensionierung im Amt, brachte die Kanone 1917 während eines Besuchs in Lüttich/Liege Belgien als Souvenir mit nach Winsen, da er wohl meinte, ein Schloss ohne Kanone sei unvollständig.

Schloss – Innenhof

Wem die Geschichte Winsens nicht viel Unterhaltung bietet, wird sich kaum an den erwähnten Landrat erinnern. Deshalb nachstehend hier zunächst einige biographische Daten: Geboren am 6.2. 1859 in Köln, gest. Am 14.06.1924 in Tegernsee. Ecker war ein deutscher Verwaltungsjurist und Parlamentarier. Nach dem Studium trat er in den preußischen Staatsdienst ein. Als Regierungsassessor landete er schließlich bei uns im Landkreis. Im Schloss hat Ecker bis heute seine Spuren hinterlassen, inhaltlich und äußerlich. Die Holzvertäfelungen und auch die Empore in der Schlosskapelle liess der Landrat herrichten, ebenso den Erker an der Südseite des Schlosses.

Über das Wirken des Landrates im Verwaltungsbereich gibt es nur spärliche Berichte. Großes Ansehen erlangte er als stellvertretender Vorsitzender des Vereins Naturschutzparks Lüneburger Heide. Zusammen mit dem Egestorfer Pastor Wilhelm Bode verhinderte er die geplante Aufforstung des Wilseder Bergs.

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