1945: Die Rettung Hamburgs aus Winsener Sicht

Im Mai 1945 ging der 2. Weltkrieg zu Ende, der Tod, Not, Verzweiflung und Vertreibung über das deutsche Volk und gleichzeitig über andere Völker gebracht hat.

Wenn man über den Winsener Waldfriedhof geht, findet man traurig machende Gräber von Soldaten, die fast noch Kinder waren. Stichwort: Volkssturm. Dasselbe Bild auf dem Ehrenfriedhof in Vahrendorf. Was ist der Hintergrund?

Ehrenfriedhof Winsen

Bereits im Sommer 1943 wurde Hamburg durch die Operation Gomorrha schwer getroffen. Es waren damals die schwersten Luftangriffe in der Geschichte des Luftkrieges. Dem dadurch ausgelösten Feuersturm fielen in kürzester Zeit ca. 34.000 Menschen zum Opfer. – Unmittelbar vor Ende des 2. Weltkrieges bestand die Gefahr, dass Hamburg total ausgelöscht wird. Dass es dazu nicht gekommen ist, verdanken wir unter anderem dem Mut des ehemaligen Chefs der Phoenix-Werke in Harburg, Albert Schäfer, der unter Einsatz seines Lebens die freiwillige Übergabe von Hamburg an die Engländer in die Wege leitete. Er stand im engen Kontakt zum Kampfkommandanten von Hamburg, Alwin Wolz. Dieser war bereit, Hamburg kampflos zu übergeben, musste aber immer wieder damit rechnen, an die Wand gestellt zu werden. Um das Misstrauen gegen ihn zu zerstreuen, spielte er den wilden Mann und ließ zwei kleine Angriffe auf die englisch besetzten Orte Hoopte und Vahrendorf starten, wo dann auch Jugendliche ihr Leben verloren, ungeahnt zur Rettung von Hamburg.

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Am 3. Mai 1945 streckte Hamburg kampflos die Waffen. Die ganze Geschichte dieser Episode ist viel komplizierter und viel umfassender als hier dargestellt. Auch Klecken und Meilsen (Gasthaus „Hohe Luft“) spielten hierbei eine wichtige Rolle. Und wenn man heute über den Winsener Waldfriedhof oder über den Vahrendorfer Ehrenfriedhof schreitet, sollte man den Soldaten gedenken, die für Hamburg und den Größenwahn der damaligen Politiker ihr Leben lassen mussten.

Wie nahe Hamburg von Winsen entfernt liegt, sieht man bei klarem Wetter mühelos, wenn man sich in die oberen Stockwerke unserer Neubauten begibt.

Hamburg im Hintergrund

Um sich eine Vorstellung vom „Volkssturm“ zu machen, dem sei der Film „Die Brücke“ von Bernhard Wicki sehr empfohlen. Da wird der ganze Wahnsinn dieser Zeit erkennbar.

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