Im Jahre 2005 wurden am Südertor Geschäftsräume frei, wo C&A nach Umgestaltung der Räume eine Filiale eröffnete. Diese Art der Vermarktung geht auf die Familie Brenninckmeijer zurück. Im Westfälischen waren zahlreiche „Kiepenkerle“ mit ihren Waren auf Wanderschaft, auch als Tüötten – also Leinen-Kaufleute – bezeichnet. Da kamen in der Umgebung von Mettingen im Tecklenburger Land zwei plietsche Bauernjungens auf eine Idee: „Warum sollen wir die Ware zu den Kunden bringen? Lasst sie doch zu uns kommen!“ Eine Idee ward geboren und sie wurde in Holland verwirklicht. Clemens und August Brenninkmeijer ( = C & A) gründeten am 1. Januar 1841 mit nur 3.301 Gulden Eigenkapital und 10.000 Gulden Kredit ihres Vaters im niederländischen Sneek das Unternehmen C. & A. Brenninkmeijer. Dieses Geschäftsmodell wurde dann auf viele andere Länder übertragen, und schließlich wurde auch Winsen entdeckt.

Das Haus, in dem sich C&A befindet, beherbergte in den Jahren zuvor bis 2005 ein sehr interessantes Geschäft: Pott-Peters. Mit Töpfen und ähnlichem war die Firma einst gestartet und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem Warenhaus (Haushaltsgeschirr, Geschenkartikel, Gläser/Leonardo, hochwertiges Porzellan und ein umfangreiches Spielsachen-Angebot, sowie zu Sylvester Feuerwerk und Böller). Man konnte in dem Geschäft sehr entspannt einkaufen, denn am Eingang stand ein kleiner Topf mit künstlichen Blumen, und dazu ein Schild: „Wenn Sie diese Blume tragen, wird Sie kein Verkäufer fragen!“ Und noch eine Besonderheit gab es zu der Zeit: einen Fahrstuhl ins 1.OG.

Pott-Peters war einmal ganz klein angefangen und hatte nach dem Einzug in das neue Gebäude mit ergänzendem Anbau sehr gute Verkaufserfolge zu verzeichnen. Aber im Laufe der Jahrzehnte erkannten die Geschäftsinhaber nach und nach, dass sich der Markt gewandelt hatte. Kostbares Porzellan ließ sich generell nur noch schwer verkaufen. Durch die zunehmende Mobilität der Bevölkerung waren auch die Mitbewerber aus Lüneburg und Hamburg leicht zu erreichen. Was viele Warenhäuser heutzutage erleben, nahm das Unternehmen Pott-Peters bereits vorweg: die Schließung! Nur ein vorhandenes blaues Schild am hinteren Anbau erinnert noch an das renommierte Haus, das viele ältere Winsener mit seinem vielseitigen Angebot sehr vermissen.

Hat Dir der Artikel gefallen?

2 / 0