In Scharmbecks Hauptstraße, schräg gegenüber von Kruse, stand einmal ein Restaurant mit dem Namen Jägersruh. Und abseits der Straße stand einst im Gäste-Garten eine Hütte mit dem rätselhaften Namen „Princesses Chimays Liebeslaube“. Manchem Gast wird diese Bezeichnung auch rätselhaft geblieben sein, aber die Scharmbecker wussten von einer amourösen Geschichte, die sich vor langer Zeit im Forsthaus Einemhof südlich von Radbruch abgespielt hatte. Dort hatte sich einst eine schwerreiche Amerikanerin namens Clara Ward eingenistet, die liebend gern und oft einen feurigen Sinti empfing. Offenbar war der Dame ihr eigener Name zu nichtssagend, und so nannte sie sich „Princesse de Caraman-Chimay“. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, wie das nach ihr benannte Putengericht, das damals sehr bekannt war. Möglicherweise hat das den Wirt in Scharmbeck angeregt, seine Laube im Garten entsprechend zu benennen.

Liebeslaube

Wandert man nun die Straße Richtung Schlauchturm der Feuerwehr entlang, findet man wie auch in anderen Ortsteilen grundlegende Informationen über die Geschichte des Ortes. Dort ist zu lesen, dass das Dorf erstmals im Jahre 1197 urkundlich erwähnt wurde. 1977 feierten die Scharmbecker das 800-jährige Bestehen.

Die Freiwillige Feuerwehr hatte einen Vorläufer namens „Sprützenbegleitmannschaft“. Die Feuerbekämpfung war zu der Zeit noch sehr primitiv und wenig erfolgsversprechend. Mit Wasser gefüllte Ledereimer wanderten in einer langen Kette von Hand zu Hand. Besonders wirksam war das nicht. In den Jahren 1627 und 1835 gab es in dem Dorf große Feuersbrünste. Aus dieser schlimmen Erfahrung heraus waren im Dorf immer „Sootkieker“ unterwegs, die über die Einhaltung der Feuerschutzordnung wachten.

Vom Geestrand oberhalb des Dorfes schlängelt sich ein kleiner Bach abwärts, der durch Anstauung einen kleinen Dorfteich bildet (Feuerlöschteich ?) Der Teich gibt dann das überschüssige Wasser in einen kleinen Graben wieder frei, wo sich munter Libellen tummeln.

Über die alte Ziegelei (erstmals 1230 erwähnt) und auch vom alten Silberhof, ursprünglich gelegen neben dem Gasthaus Sander und heute Prachtstück im Kiekeberg-Museum, wurde auf dieser Website bereits berichtet, und ebenso über den sehenswerten Ernteumzug im Spätsommer, dem unmittelbar danch der Kinderumzug zur Aufrechterhaltung der schönen Tradition folgt. Die Fotos, zum Teil alte digitalisierte Bilder, gehen vereinzelt zurück bis ins Jahr 1967.

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