Die Luhe in Winsen wurde in mehrfacher Hinsicht reguliert. Neben dem Hauptarm haben wir noch die Mühlen-Luhe, wodurch eine Luhe-Insel namens „Lütt-Korsika“ (Volksmund) entstanden ist. Und das Winsener Schloß steht nicht rein zufällig an den Ufern der Luhe. Seit dem 13. Jahrhundert wurde hier ein Übergang über den Fluß kontrolliert, der einst im Unterlauf auch beschiffbar war.

Von der Quelle bis zur Mündung in die Ilmenau ist die Luhe ca. 60 km lang. Nördlich vom Soltauer Ortsteil Deimern entspringt die Luhe, macht sich danach aber gleich unterirdisch davon, bis sie nahe dem Bispinger Abenteuer-Spielplatz plötzlich wieder aus der Versenkung auftaucht. Orte, die der Fluß im ersten Abschnitt passiert: Bispingen, Soderstorf, Wohlenbüttel, Oldendorf und Luhmühlen.

Hinter Luhmühlen verlässt die Luhe die eiszeitlichen Endmoränen und nähert sich dem Urstromtal der Elbe. Weiter geht’s mit Schnede, Garstedt, Bahlburg, Luhdorf, Roydorf, Winsen und Stöckte, wo sie in die Ilmenau fließt. Bis zurück in die Jungsteinsteinzeit war diese Region dicht besiedelt.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Luhe auch südlich von Winsen reguliert. Es wurde der Lauf verkürzt und damit die Fließgeschwindigkeit erhöht. Nebenflüsse sind Brunau, Schwindebach, Lopau und Garlstorfer Aue. Die Quelle des Schwindebaches ist die zweitgrößte Quelle in Niedersachsen, welche seit 1936 unter Naturschutz steht. Bis auf einen kurzen Abschnitt nördlich von Bispingen weist die Luhe eine Wasserqualität der Güteklasse 2 auf (mäßig belastet). Der Fluss gilt als einer der produktivsten Lachs- und Meerforellen-Flüsse in Deutschland. Maßgebend dazu beigetragen hat der Fischereisportverein e.v. Hoopte-Winsen. Hinter Winsen Richtung Stöckte wurde 2020 zur Renaturierung ein Mäander in die Wiesen eingebaut. Zusammen mit der Ilmenau hat sich kurz vor der Elbe ein wertvoller Naturraum entwickelt, welcher unter Schutz steht. Zwischen Winsen und Oldendorf befinden sich zehn Stationen des Fischotter-Lehrpfades. Im Oberlauf gab es früher viele Flußmuscheln, und vereinzelt befanden sich Perlen darin. Es wird immer wieder kolportiert, dass sich in einer der englischen Kronen durch die Personalunion des Königreiches Hannover und Großbrittanien eine Luheperle befinden soll.

Noch vor gut 100 Jahren befand sich an der Luhe-Quelle blühende Heideflächen, wovon heute nichts mehr zu sehen ist. Der gesamte Bereich wurde aufgeforstet. An der Quelle kann sich der Wanderer einen entsprechenden Stempel abholen. Auch an die Radfahrer wurde gedacht. Es gibt seit geraumer Zeit den Luhe-Radweg, der mit einem blauen L gekennzeichnet ist. Wer einmal Gelegenheit hatte, die Luhe mit einem Kanu zu befahren (streng reglementiert), wird von ganz neuen Eindrücken dieser Landschaft berichten können.

Nahe dem Fluß reihen sich viele erwähnenswerte Besonderheiten bzw. Sehenswürdigkeiten aneinander:

  • Bispingen: Heidekastell Iserhatsche, Europark und SnowDome
  • Soderstorf: Mühle und Gut Thanmsen (Hotel/Restaurant), Nekropole
  • Wohlenbüttel: Mühlenhof
  • Oldendorf: Totenstatt mit großer Heidefläche
  • Luhmühlen: Gestüte und bedeutendes Vielseitigkeitsreiter-Geländer (DM/EM/WM)
  • Gut Schnede: Angelsee (Im Quellgebiet er Schnede legte im Jahre 1908 der Konsul Wiedenbrüg, Mitglied einer Hamburger Kaufmannsfamilie, über 300 Fischteiche an. Damals war es die größte Forellenzucht Europas. Der Konsul wohnte in einer repräsentativen Villa mit Blick auf die Teichanlagen, die heute nur noch in Resten vorhanden sind.
  • Garstedt: etwas außerhalb an der Vierhöfener Straße befindet sich unter hohen Bäumen eine Grillhütte inklusive Rastplatz direkt an der Luhe.
  • Bahlburg: nördlich des Dorfes gibt es eine Straußenfarm, wo eingekauft werden kann.
  • Bahlburg-Luhdorf: Kurz hinter Bahlburg zweigt von der Luhe ein Kanal ab, welcher sich kurz vor der Winsener Landstraße wieder mit dem Fluß vereinigt. Auf dem Kanal am Wehr finden bedeutende Kanu-Wettbewerbe statt.
  • Luhdorf: Hier existiert noch eine historische Tanzscheune, wie sie in alten Zeiten vielerorts üblich war.
  • Roydorf: Man kann den Winsener Ortsteil als Pferdedorf bezeichnen. Hier befindet sich neben einem großen Reiterhof eine Deckstation des niedersächsischen Landgestüt Celle. Und manchmal weht ein Duft von Champignons durch den Ort, der von einem Zuchtbetrieb ausgeht.
  • Winsen: Die zahlreichen Sehenswürdigkeiten sollen an dieser Stelle nicht aufgelistet werden. Das Winsener Herzogenschloss, sowie der Marstall – wo man sich mit Prospekten bedienen kann – sind hier Pflichtprogramm.

Östlich von Stöckte mit seinen urigen Reetdachhäusern und Bracks mündet die Luhe drei Kilometer vor der Elbe in die Ilmenau. Wir befinden uns hier in diesem gedrängten Bezirk in Winsen an der Luhe, der Ilmenau und der Elbe.

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