Im Jahre 1949 wurde in Hoopte im Gasthaus „Zur Post“ von Angelfischern an der Elbe der „Fischereisportverein Vogtei-Neuland“ gegründet. Gut ein Jahr später hieß der Verein: „Fischereisportverein e.V. Hoopte-Winsen“ und dieser Name hat bis heute Bestand. Erster 1.Vorsitzender im Verein und zugleich Mitbegründer war Wilhelm Bardowicks aus Hoopte. Das alte Gasthaus nahe der Ilmenau-Mündung brannte im Juli 1959 ab und wurde durch einen Neubau (Sievers) ersetzt. Am südlichen Rande des Stöckter Hafens gab es bereits vorher ein Post- und Gasthaus, was verwirrend erscheinen mag. Eigentümer war der Fährbetreiber Le Plat (1827/28, Quelle: Otto Puffahrt/1992).

Winsener Sommer 1999 – Präsentation des Vereins

Elbe: wie mag der Name entstanden sein ? Auch in Norwegen kennt man dieses Wort, das dort ähnlich lautet: Elv oder Elva. Sprachforscher leiten den Begriff ab von Albis, das bedeutet „weiß“ und im übertragenen Sinne „der weiße, helle Fluss“. Damit grenzen wir uns ab von der angeblich blauen Donau. Luhe soll angeblich bedeuten „die Spülende“.

Einst war der Fischreichtum in der Elbe sagenhaft, und nicht nur, was die Menge anging, sondern auch bezogen auf den Artenreichtum. Der schmackhafte Zander mit seinem festen Fleisch war schon von jeher ein gefragter Elbe-Fisch, eine Art, welche Brutpflege betreibt. Die Männchen heben zur Laichzeit auf sandigen Grund Laichgruben aus, in die Zanderweibchen ihre Eier abgeben. Während der Brutzeit bewachen die Zandermännchen die befruchteten Eier und fächeln ihnen auch frisches Wasser zu.

Da gab es aber auch noch weitere Besonderheiten in der Elbe, nämlich Fischarten, die bei uns nahezu oder vollständig ausgestorben sind: Nordseeschnäpel, Zährte, Stör und auch der Lachs in größeren Mengen (Laßrönne = evtl. Lachsrinne ??). Und vom kleinen Verwandten des Lachses, dem Stint, erzählt man sich am Elbdeich, dass mit der überschüssigen Menge, die nicht verzehrt werden konnte, die Felder hinter dem Deich gedüngt wurden. Die leider sehr selten gewordenen Neunaugen und auch Aale waren seinerzeit keine großen Besonderheiten. Was aus den Beständen des letzteren Fisches aus der Sargasso-See im Westatlantik vor der amerikanischen Küste geworden ist, ist ein Musterbeispiel menschlicher Unvernunft mit ihren vielfältigen Umweltsünden und Vermarktungs-Ideen, ohne auf eine Nachhaltigkeit Rücksicht zu nehmen. Da wird von vielen Seiten kräftig am eigenen Ast gesägt, auf dem sie sitzen.

Eine Fischart war am Elbufer besonders begehrt: der Stör. Diese Fischart im Strom konnte Dimensionen erreichen, die jeden Angler bzw. seine Rute überfordern würde. (Ausnahmen in den letzten Jahren bestätigen dennoch die Regel! Ein Angler aus Drage landete um 2010 herum einen Stör mit einer Länge von 1,38 m. Der Fisch durfte nach dem üblichen Foto weiterschwimmen.) Auf Kaviar aus Russland konnte man bei uns leider noch nie, wenn die Haushaltskasse es denn erlaubte, verzichten, denn er stammt aus dem Bauch der weiblichen Tiere des Europäischen Hausen bzw. Beluga-Stör (huso huso).

Stör

Es gibt eine weitere Besonderheit in der Elbe, von der die meisten Leute noch nie etwas gehört haben: Kiemenfußkrebse. Das sind Urzeitkrebse, die es schon in der Elbe gab, als wir noch gar nichts von Wollhandkrabben wussten. Sie bevölkern sogar schon länger die Erde als die Menschen und wir treiben uns ja hier auch schon eine Weile herum. Die Kiemenfußkrebse sind mittlerweile ebenso in ihrem Bestand gefährdet.

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