Dort, wo heute das Gebäude der Kreissparkasse steht, sah es vor Jahrzehnten noch ganz anders aus. An der Stelle befand sich bis 1961 das Verwaltungsgebäude einer Winsener Zigarrenfabrik von Hartwig Burgdorff (Nachfolgebetrieb von Wehnecke). Die Produktionsstätte befand sich in der Luhdorfer Straße. Die bekannten Zigarrenmarken lauteten „Haidmärker“, wie der Korn aus Salzhausen, sowie auch „Burgdorf“ in Anlehnung des Firmennamens. Für die letztgenannte Marke kam dann auch ein Burgmotiv auf die Zigarrenkisten.

Burgdorff-Verwaltung

In der Nachkriegszeit waren Tabakwaren und unter diesen Zigarren teure, hochbegehrte Artikel. Nicht jeder konnte sich diesen Luxus leisten und das führte sehr oft zur Selbsthilfe.

Als Kleinkind in den Nachkriegsjahren sah ich erstmals Tabakblätter, sie hingen bei uns an der Wäscheleine. Tabak war damals Mangelware und manchmal auch Ersatzwährung, und deshalb hatte mein Vater im Garten auch seine kleine Farm, um unabhängig von den widrigen Gegebenheiten zu sein. Ich bin noch im Besitz einer inzwischen verrosteten Zerkleinerungsmaschine, die ich bei uns auf dem Dachboden gefunden hatte. Noch heute finde ich es erstaunlich, dass der Vater bei dem üblen Kraut kein Nichtraucher geworden ist.

Was nicht tötet, härtet ab, da ist wohl etwas dran!

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