Heute erkennt man an einem Gebäude in der Großen Gänseweide ein Namensschild an einem Haus, das an das Federvieh erinnert: Rösch !

Blicken wir mal ca. 180 Jahre zurück. In Zollenspieker wurde von einem Heinrich Kahl im Jahre 1846 eine Geflügelmastanstalt gegründet, die zwölf Jahre später von den Neffen Hermann und Hein Rösch übernommen wurde. Am 1. Mai 1847 eröffneten die „Königlich-Hannoverschen Staatseisenbahnen“ die Strecke von Hannover nach Harburg, seinerzeit zu Niedersachsen gehörend. Das machte den Standort Winsen für die Familie Rösch interessant und so wechselte sie mit dem Betrieb auf die andere Seite des Stromes.

Die damalige Gänseweide, die ihren Namen zu recht trug, reichte von der Bahnhofstraße bis zu den Gleisen der am 1.4.1912 eröffneten Kleinbahn-Linie Marschacht – Winsen. Es ist überliefert, dass eigens für Rösch damals ein Gleis der Kleinbahnlinie in Richtung der heutigen Niedersachsenstraße abzweigte, wo dann Torf als Einstreu für die Hühnerställe abgeladen wurde.




Brahmsallee: Gleich neben der Post befand sich eine mit Mauern abgesicherte Hühnerfarm. Nun ist es allgemein bekannt, dass so etwas keine Steinmarder abschreckt. Was da des Nachts manchmal in den Hühnerställen los war, klang schaurig. Tagsüber poofen die Marder irgendwo im Versteck und sammeln dort genug Energiereserven für den Beutezug in der Dunkelheit an. Irgendwann ist der Marder natürlich auch gesättigt, aber das hält ihn dann nicht vom Totbeißen ab. Er tötet nur solange, wie das Geflatter der Hühner anhält und als Beutefang-Auslöser auf ihn wirkt. Ist Ruhe im Stall, hat das irre Töten ein Ende und er frisst seine Beute, während er die übrigen Hühner einfach liegen lässt.

Ab dem Jahr 1983 konnten wir noch in einem kleinen Rösch-Ladengeschäft in einer kleinen Schlippe an der Bahnhofsstraße Geflügel einkaufen. Aber bereits 1989 wurde der gesamte Betrieb geschlossen. Die befestigte Hühnerfarm wurde abgerissen und es entstand auf dem Platz ein Backstein-Ensemble, wo zunächst Depot einen Supermarkt eröffnete. Heute ist dort auch noch viel Bewegung im Haus, allerdings zur Erhaltung der fitnes. An Hühner denkt dabei nach so langer Zeit niemand mehr.

Hat Dir der Artikel gefallen?

1 / 0