Der Winsener Elbmarsch fehlten über Jahrhunderte hinweg gute Verkehrswege. Die ersten Dorfverbindungen gingen über den Elbdeich, und Elbkähne erleichterten selbstverständlich etwas die Beweglichkeit der Anwohner. Querverbindungen wie zum Beispiel der Dragweg nach Hunden oder aber der Weg von Marschacht über Eichholz nach Handorf entstanden in der Marsch erst nach und nach. Ein ganz wichtiger Weg in Ost-West-Richtung war ab 1517 der über die Seebrücke zwischen Laßrönne und Winsen, um aus den verschiedensten Gründen in die Stadt zu kommen. Denn der Straßenbau in Richtung Nettelberg begann erst 1895, nachdem die dortige Brücke im Jahre 1888 fertig gestellt wurde. Und noch viel später entstand die Brücke am Ilmenau-Sperrwerk von Haue nach Hoopte.

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Vielen Menschen in unserer Region ist noch die alte Seebrücke in Erinnerung. Dabei wird oft übersehen, dass es im Laufe der Jahrhunderte mehrere in unterschiedlichen Ausführungen gab bis zurück ins Jahr 1517 inklusive Brückenwärter. Im 30-jährigen Krieg wurde die umkämpfte Brücke zerstört und später wieder aufgebaut. Im Mai des Jahres 1753 kam es zu einer gewaltigen Flut, die auch den Seebrücken-Weg längere Zeit unpassierbar werden ließ. Der Name „Seebrücke“ ist abgeleitet von einer see-artigen Erweiterung der Ilmenau unterhalb der Pumpstation. Diese Erweiterung ist nicht mehr vorhanden, lässt sich aber noch erahnen, wenn wenn die großen Reeth- und Schilfbestände an der Stelle sieht. (Quelle: Heinrich von Seebach, Anfang der 50er Jahre.)

Im Dezember 1875 überzogen Schnee und Eis das Land. Das war so heftig, dass die Seebrücke abermals verloren ging. Bereits ein Jahr später war der Schaden behoben.

Damals handelte es sich bei der Seebrücke noch um eine Zugbrücke, die der damalige Brückenwärter Schwedhelm bei Ankunft von Schiffen mit Muskelkraft und ausgefeilter Technik hochdrehen musste. 1964 wurde die Klappbrücke abgerissen und durch eine Schiebebrücke ersetzt, welche den Durchlass für kommende Schiffe erleichterte. Zahlreiche Stöckter haben an diesem Werk mitgewirkt. Die Schwarz-Weiß-Fotoserie verdeutlicht das.

Direkt an der Seebrücke befand sich die kleine Gastwirtschaft „Goldener Anker“. Dort kehrten damals sehr gerne Ausflügler ein, vor allem Radler. Seit 1935 war Brückenwärter Franz Schwedhelm. Die letzten Wirtsleute waren die Eheleute Stahn, die per Du mit ihren Gästen verkehrten.

Die Seebrücke, die 1964 entstand, überdauerte die Zeiten bis zum Neubau im Jahre 1981. Dann verschwand sie zusammen mit der Gastwirtschaft für immer und wurde durch die noch heute bestehende einspurige Brücke, sowie einem Neubau des Gasthauses ersetzt, wo man bis heute einkehren kann. Aktuelle Fotos hierzu schließen die Bilderserie ab.

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