Wer am Elbdeich oder auch am Stöckter Hafen entlang wandert, wird dort irgendwann auch einen Fohrt-Stein entdecken. Dieser Name bedarf einer Erläuterung. Seit Jahrhunderten gab es an der Elbe Berufsfischer, aber auch Fischer im Nebenerwerb. Das Recht, die Fischerei auszuüben, lag einst beim König und später bei den jeweiligen Landesherren. Da diese nicht selber fischen wollten, beauftragten sie die zuständigen Ämter, Fischreviere zu verpachten, natürlich gegen entsprechenden Pachtzins. Bei uns war dafür das Amt Winsen zuständig.

Es blieb nicht aus, dass sich die zahlreichen Fischer wegen der Reviere in die Haare gerieten. Und bei uns an der Elbe bestand noch ein zusätzliches Problem: die Schleswig-Holsteiner (heute = Hamburger) Seite, wo das Königreich Hannover und deren Nachfolger nichts zu suchen hatten. Wie unübersichtlich das alles war, kann man auszugsweise einem Protokoll aus dem Jahre 1682, aufbewahrt in unserem Kreisarchiv entnehmen. In diesem Protokoll wird im Detail die neue Ordnung an der Elbe beschrieben. Die Fangreviere wurden von Over bis Laßrönne im Jahre 1776 in sieben Fohrten aufgeteilt und ihre Grenzen mit den eingangs erwähnten Steinen markiert. (Es haben sich im Laufe der Zeit für „Fohrten“ noch andere Begriffe etabliert, allen gemeinsam wird aber das Wort „Furt“ sein.)

Nachdem das Königreich Hannover von Preußen annektiert wurde, bildeten sich an der Elbe verstärkt Fischereigenossenschaften, an die maßgeblich die Verantwortung delegiert wurden. Daneben gab es noch zahlreiche vererbbare „Küchenrechte“ von Elbanwohnern, was auch nicht so ganz konfliktfrei war. Nachfolgend einige Namen aus Hoopte, die in einem Verzeichnis von 1924 als Genossenschaftsmitglieder aufgeführt waren: Wilhelm Ruschmeyer, Hermann Flügge, Heinrich Hamann, Heinrich Heinecke, Peter Vick und andere.

Geschichtliche Daten
Fohrtstein

Auch mit den Fischern an der Nordseite der Elbe gab es immer wieder Auseinandersetzungen. Bereits 1645 kamen zu dem sogenannten „Stöckter Vergleich“, der beiderseits der Elbufer für fischereirechtliche Ordnung sorgen sollte. Am Stöckter Hafen steht ein Grenzstein mit der Bezeichnung „Riepenburger Fohrt“ (siehe Titel-Foto). Der Namen bezieht sich auf eine ehemalige Niederungsburg auf der anderen Seite der Elbe vor über 500 Jahren, erbaut zur militärischen Sicherung der Zollstation Eyslingen, welche später den Namen Zollenspieker bekam.

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