In Scharmbeck nannte man den Hof „Runds Hus“, welcher irgendwann sehr baufällig geworden war. Und so war man froh, dieses Objekt einer würdigen Zukunft zuführen zu können.

1962 wurde das Bauernhaus abgetragen und im Freilichtmuseum Kiekeberg wieder aufgebaut, wo es einen imposanten Platz auf einer kleinen Höhe unter einer alten Eiche bekommen hat.

Kiekeberg-Freichlichtmuseum

In der alten Ausstellung im Haus gabe es mal eine amüsante Geschichte: Wenn zum Beispiel die Magd sagte: „Ick mutt mol eben no de Bullen kieken“, verbarg sich kein Pflichtbewusstsein dahinter, sondern das, was jeden Menschen plagt. Im 17. Jahrhundert gab es nämlich noch keine Toiletten, und mit heutigem Anspruch schon gar nicht! (Für Zugereiste, für die Plattdeutsch wie eine Fremdsprache klingt, hier die Übersetzung: „Ich muss mal eben nach den Bullen schauen!“)

Diese niedersächsischen Häuser hatten in der Regel keinen Schornstein zum Rauchabzug, sondern einen großen, mit Lehm befestigten Fußboden am Räucherkamin in der Diele. Das muss damals die Lungen der dort Lebenden mehr belastet haben, als der heutige Zigaretten-Konsum.

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