Herzog Wilhelm der Jüngere war verheiratet mit Dorothea, die in Kolding geboren wurde (29.06.1546) und bereits mit 46 Jahren Witwe wurde. Zunächst soll die Ehe im Celler Schloss recht glücklich verlaufen sein. Aber dann legte sich ein Schatten auf das frühe Eheglück. Wilhelm bekam zunehmend psychische Probleme. Danach kann Dorothea keine zufriedene Frau mehr gewesen sein. Ihr Mann irrte in ihrer Gegenwart oft ziellos umher und seine Sprache litt. Aber es gab noch weit extremere Situationen, die ich hier nicht weiter behandeln möchte. Irgendwann funktionierten folglich auch die Regierungsgeschäfte nicht mehr. Zu seinen Lebzeiten war die Medizin noch nicht so weit, richtige Diagnosen zu stellen, um darauf aufbauend eine Besserung seines Gesundheitszustandes zu fördern. Ab 1587 war die Geisteskrankheit bei Wilhelm so gravierend geworden, dass er auf dem Schloss in Celle in Zimmerarrest geschickt wurde. In ihrer Not floh Herzogin Dorothea zeitweilig ins Kloster Medingen, das heutzutage von der Klosterkammer Hannover finanziell und auch baulich unterhalten wird.

Dorotheas Mann verstarb im Jahre 1592, und fortan wurde das Schloss Winsen, das eher wie eine Wasserburg aussieht, zum Witwensitz der Herzogin aus dänischem Königshaus. In ihren Adern floss allerdings auch deutsches Blut. Ihre Mutter mit demselben Vornamen entstammte dem Hause Sachsen-Lauenburg. Es war zur Zeit der Adelsherrschaft üblich, über Landesgrenzen hinweg Zweck-Heiraten zu organisieren. Die Liebe kam dann der Not gehorchend später automatisch ! Dorothea schenkte fünfzehn Kindern das Leben.

Dorothea übernahm auf dem Schloß die Verwaltung des Amtes Winsen. Dorothea hielt eisern die Finanzen zu zusammen und war außerordentlich knauserig und pingelig, was nicht überall gut ankam. Der Bleckeder Amtmann Fritz von dem Berge bezeichnete die Herzogin als „bitterböses Weib“! Aber sie brachte Fortschritt nach Winsen, nicht zuletzt durch die von ihr initiierten Bautätigkeiten. Die noch heutzutage beeindruckende Ausmahlung der Schloßkapelle ist ihr zuzuschreiben. Unerwähnt bleiben darf auch nicht ihre Bereitschaft zu spenden und den Kindern der Stadt zu Weihnachten eine Freude zu bereiten.

Wandgemälde
Empore der Kapelle

Zu Zeiten von Dorothea war die Hexenverfolgung in unseren Landen in vollem Gange und auch die Herzogin schaute sich wiederholt das schreckliche Spektakel an. Die Wahnvorstellungen jener Jahre war sehr weit verbreitet und manche Frau verlor völlig unschuldig ihr Leben auf dem Scheiterhaufen.

Herzogin Dorothea verstarb 1617 im Alter von 71 Jahren und wurde anschließend in der Fürstengruft des Celler Schlosses beigesetzt.

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